Leserbriefe

Leserbrief zum Beitrag – Das gute Leben –

von Christoph Röhrs

Zwei Anmerkungen zu von Dir verwendeten Begriffen möchte ich machen, ohne Deine Betrachtungen damit in Frage zu stellen.

Zum einen zu dem Begriff des Untertans. Der Begriff hat seine Bekanntheit vornehmlich aus der Bibel gewonnen durch die Aufforderung > macht Euch die Erde untertan <.

Heute ist dieser Begriff, aufgrund einer ausnahmslos materialistischen Weltanschauung und dem daraus resultierenden Menschenbild, leider sehr negativ besetzt. Der Begriff taucht in vielen Grimmschen Märchen auf und hat dort eine deutlich andere Bedeutung. Er nimmt Bezug auf unterschiedliche Stellungen der Menschen im gesellschaftlichen Gefüge und steht in Zusammenhang mit bei zumeist König oder Königin genannten Personen für deren fürsorgliche Haltung bei der Führung ihnen anvertrauter Menschen. Es gab schon immer solche führenden Menschen, und das hatte auch durchaus seine Berechtigung, es waren die geistigen Eliten, die notwendig sind und waren, um einer zielgerichteten Evolution den Weg zu bahnen. Und es gibt ja auch heute noch viele Menschen, die einer (verantwortungsvollen) Führung bedürfen.

Die Grimmschen Märchen beruhen ja bis zu ihrer schriftlichen Niederlegung auf ausschließlich mündlich an ausgesuchte Menschen weitergereichten, uralten Weisheiten zur ethischen Bildung und Erziehung des Menschen, die dazu dienten, in ihm das soziale Wesen zu wecken und zu fördern, welches ihm von der Natur so nicht mitgegeben worden ist. Und so ist auch in der christlichen Mystik dieser Satz > macht Euch die Erde untertan < zu verstehen, was aber leider durch die institutionalisierte Kirche zum Machterhalt und zur Unterdrückung missbraucht worden ist, wie so manches andere auch. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, daß in dieser Kirche auch hervorragende Menschen gewirkt haben, die die ethische Bildung und die Bildung im Allgemeinen stark im Positiven beeinflusst haben. Ergänzend mag ich noch den Ausspruch von Novalis hinzufügen: > Wir sind auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen <.

Zum anderen einige Worte zu meinem Verständnis des Begriffes der Einsamkeit. Es gibt als andere Alternative ja auch den Begriff des Alleinseins, sollte besser genannt sein > All Eins Sein <. Das ist eine Haltung, die jeder Eremit für sich gesucht hat, solche Menschen haben nach langer Übung das Gefühl des Einsamseins überwunden und der mangelnde Kontakt oder Austausch mit anderen irdischen Wesen war damit nicht mehr so wichtig. Das ist ja auch das hohe Ziel jeder Meditation. Wenn sie aber zurück in ihr weltliches Umfeld gekehrt sind, waren sie zumeist Lehrer in der Weise, wie in Deinen Beiträgen die geistige Haltung der Welt gegenüber in den indigenen Kulturen beschrieben wird.

Abschließend möchte ich mich noch bedanken für die anregenden Beiträge auf Deiner Website. Besonders hat mich der Beitrag > Ein gutes Leben < angesprochen wegen der ausführlichen Behandlung des weiblichen Elementes im Menschen, welches ja in jedem von uns , gleich welchen Geschlechts er oder sie auf Erden wandelt, implementiert ist. Dieses deutlicher zur Wirksamkeit im Alltäglichen zur Geltung zu bringen, wird eine der großen Aufgaben der Zukunft sein. Leider sind diese Betrachtungen, die in den frühen 70er Jahren in der aufkommenden Emanzipationsbewegung durchaus noch thematisiert worden sind, im Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter untergegangen.

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